Praxistest: Nikon D610 + Sigma 24-70mm F2.8 EX DG HSM

Praxistest: Nikon D610 + Sigma 24-70mm F2.8 EX DG HSM

Mit der D610 hat Nikon nach nur gut einem Jahr den Nachfolger der D600 vorgestellt. Die Bildrate ist bei Serienbildaufnahmen von 5.5 auf 6 Bilder in der Sekunde angestiegen. Zusätzlich verfügt die Kamera über eine Silent Quiet-Serienbildfunktion mit 3 Bildern pro Sekunde. Im Quiet Modus ist die D610 erstaunlich leise und die ideale Partnerin für leise Bildserien im Portraitbereich oder Tieraufnahmen in freier Natur.

Das ca. 800 Gramm schwere Gehäuse liegt dank griffiger Gummilamierungen toll in der Hand. Die obere und untere Abdeckungen sind aus einer Magnesiumlegierung. Wie auch die D800 ist die D610 gegen das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit geschützt. Trotz des FX Vollformatsensors ist die D610 erstaunlich kompakt und liegt dank eines schlanken, ideal angebrachten Handgriffs sehr gut in der Hand. Alle Bedienelemente des Gehäuses sind gut zu erreichen.

Der Weißabgleich arbeitet über alle ISO-Bereiche hinweg sehr gut. Bei Kunstlicht hat er sich noch einmal verbessert und unschöne Rotstiche werden besser gefiltert. Bis zu einem Bereich von 800 ISO arbeitet die D610 mit hoher Dynamik und kann feine Details sehr gut auflösen. Bei 3200 ISO sinkt die feine Tonwertabstufung, aber Texturverluste halten sich in Grenzen. Die Rauschunterdrückung greift bei der D610 in der Grundeinstellung nicht sehr stark ein, dafür bleiben feine Details erhalten. Das Modell verfügt über sehr viele nachträgliche Bildverarbeitungsfunktionen. Auch eine interne HDR Verarbeitung für Belichtungsreihen beherrscht die Nikon. Für den Einstieg in HDR geeignet, aber es empfiehlt sich für die erweiterte HDR Bearbeitung eine externe Software zu nutzen. Ich habe zusätzlich mit der Belichtungsreihe der Kamera gearbeitet statt mit der internen HDR Funktion der D610. Als Stativ habe ich das robuste Bora 3XL mit dem Kugelkopf WF539BH verwendet. Über die Automatik der Kamera sind Belichtungszeiten bis 30 Sekunden möglich. Bei den Nachtaufnahmen wurde deutlich länger belichtet. Hier habe ich einen Kabelfernauslöser mit Feststelltaste verwendet.  Die Ergebnisse habe ich mit HDR Projects 2 zusammengefügt.

Das FX-Modell verfügt über 39 AF-Messfelder. 9 sind Kreuzsensoren. Wie schon bei der D600 liegen die AF-Messpunkte recht stark im Bildzentrum, daher ist bei Motiven am Bildrand schon mal deutliches Verschwenken notwendig. Der 100% Sucher mit 0,7x Vergrösserung liefert ein sehr helles scharfes Sucherbild. Bei Blende 2.8 ist die Tiefenschärfe des FX-Vollformatsensors so gering, das der Anwender schon das Motiv genau beobachten sollte, damit der AF exakt auf dem Punkt sitzt. Für Fans kreativer Bildgestaltung mit offener Blende ist die Kombination aus D610 und Sigma 24-70mm F2.8 EX DG HSM eine Empfehlung, um Offenblendeffekte deutlich zu zeigen.

Videos nimmt die D610 in Full HD (1920 x1080 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde auf. 50 Vollbilder pro Sekunde sind es mit 1280x720 Pixel. Neben einem Mikrofoneingang bietet Sie auch einen Kopfhörerausgang.

Die AF-Geschwindigkeit ist mit dem Sigma 24-70mm  F2.8 EX DG HSM sehr schnell und sehr exakt im Phasen-AF. Im Live-View Modus ist der AF deutlich langsamer und bewegt sich mit einer Ansprechzeit von ca. 1,3 Sekunden auf ähnlichem Niveau wie bei der Canon EOS 5D Mark III. Für schnelle Motive im Sportaufnahmenbereich sollte der Fotograf eher den Phasen AF über Sucher nutzen.

Das Sigma 24-70mm F2,8 EX DG HSM ist mechanisch und haptisch eine tolle Optik. Bei offener Blende liefert das Objektiv in den Brennweiten 50mm und 70mm scharfe und kontrastreiche Bilder. Bei offener Blende und 24mm sind leichte tonnenförmige Verzeichnung und Randunschärfen etwas zu sehen. Abgeblendet um 2 Stufen steigert sich die Schärfe und der Kontrast deutlich. Dank der großen Offenblende 2.8 ist es die ideale Optik für tolle Portrait-, Studio-, Availablelight oder auch Landschaftsaufnahmen. Der sehr schnelle und leise HSM-AF Antrieb unterstützt den schnellen AF der D610.

 

Fazit:
Die Ausstattung der D610 lässt kaum Wünsche offen und sich für jeden Anwender individuell anpassen. In Verbindung mit dem nur 9,5cm kurzen Sigma 24-70mm F2.8 DG HSM lassen sich eine Menge Motivsituationen umsetzen. Die Haptik und Bedienung der Kombination überzeugt und liegt super in der Hand.

 

Folgende Produkte wurden in diesem Beitrag verwendet:

Nikon D610 + Sigma 24-70mm 2.8 DG HSM

Nikon D610 Gehäuse

Sigma 24-70mm 2.8 DG HSM 2.8

Franzis HDR Projekts 2

Sigma EF-610 DG Super

Blitz Diffusor für Sigma EF-610 DG Super

Kabelauslöser

Stativ