Praxistest: Fujifilm X-T1 + Fujinon XF56mm F1.2

Praxistest: Fujifilm X-T1 + Fujinon XF56mm F1.2

Die neue Fujifilm X-T1 ist die erste Fuji Kamera, welche vom Retro Look etwas abweicht und sieht nun mehr aus wie eine Spiegelreflex. Mir persönlich kommt genau diese Bauform entgegen. Ich bin es gewohnt durch einen Sucher zu schauen und genau das war bei den Vorgängern, wie bei einer Sucherkamera, seitlich ausgerichtet. Als klasse empfinde ich einen tatsächlichen Hochformatauslöser, welchen man zusätzlich anbauen kann. Es macht die Kamera natürlich etwas schwerer und auch klobiger, aber für Fotografen, welche im Hochformat gerne fotografieren, ist es sehr reizvoll.

Wer einen Quantensprung in Sachen Bildqualität im Vergleich zur X-Pro1 erwartet, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Hier gibt es sicherlich aus dem Labor was zu berichten, aber in der Praxis war dieses fast nicht zu erkennen. Aber hier weiss auch jeder Fujifilm X-Pro und X-E Anwender, dass die Bildqualität schon damals auf "Vollformat" Niveau war.

Fujifilm ist einer der wenigen Hersteller, der tatsächlich auf ihre Anwender hört und hat bei der X-T1 das Autofokussystem deutlich verbessert. Hier arbeitet ein EXR Prozessor II, welcher die Daten schnell aufarbeitet und die Kamera auch in Sachen Autofokus vorantreibt. Zusammen mit dem XF56mm 1.2 war ich immer in der Lage einen "Schnappschuss" zu fotografieren. Dieses fehlte bei der X-E oder X-Pro.

Aber das sind noch bei weitem nicht alle Neuerungen der X-T1 gegenüber einer X-Pro1. Hierzu zählen eine hohe Wasserfestigkeit, ein OLED Sucher, 8 B/s, Intervallaufnahmen und vieles mehr. Eine tolle Neuerung ist sicherlich auch für Studiofotografen sehr interessant: Die Fujifilm Kamera kann eine Belichtungsvorschau "AN" bzw. "AUS" stellen. Das bietet einem Fotografen im Studio die Möglichkeit auch eine vernünftige Bildkomposition zu erzeugen, ohne dass man einen schwarzen Monitor bekommt. Dieses ist im Manuellbereich einer Systemkamera bisher natürlich ein Nachteil gewesen.

Bei der Fujifilm X-T1 ist leider kein Blitz integriert. Doch bietet Fujifilm, wie viele andere Hersteller auch, eine externe Lösung an, welche direkt mitgeliefert wird. Besonders erwähnenswert ist meines Erachtens aber der elektronische Sucher, welcher durch seine sehr hohe Auflösung und der tollen Vergrößerung größer wirkt, als der optische Sucher einer Canon EOS 5D Mark III.

Natürlich habe ich nicht nur die Fujifilm X-T1 testen können. Ich konnte das Highlight im Objektivpark von Fujifilm aus der Erstauslieferung testen: das Fujinon XF56mm 1.2. Das Objektiv wird direkt mit passender Gegenlichtblende geliefert. Allerdings möchte ich anmerken, dass dieses Objektiv in meinem Test nicht zu besonders starkem Streulicht tendiert. Das Objektiv wirkt sehr wertig verarbeitet, da es aus Vollmetall ist. Dadurch ist es natürlich auch etwas schwerer als ein XF35mm. Bei einem (äquivalent zu 35mm Kleinbild) 85mm 1.2 ist dieses natürlich verschmerzbar. Vor allem, wenn man Vergleichsmodelle von Nikon oder Canon anschaut. Hinzu kommt, dass man das Gesamtgewicht von 405g in Kauf nimmt, wenn man sich die optische Abbildungsleistung bei offener Blende anschaut. Farbsäume sind so gut wie nicht erkennbar und selbst bei extremen Gegenlicht ist die Tendenz zu Farbsäumen eigentlich nicht erkennbar. Wenn man sich das Canon EF 1.2/85mm bei offener Blende anschaut, wirkt dieses deutlich weicher und mit Farbsäumen durchzogen. Hier kann ich nur ein Lob an die Techniker und Ingenieure von Fujifilm aussprechen. Durch die hohe Lichtstärke im Zusammenhang mit der Brennweite von 56mm (äquivalent 85mm) bietet sich dieses Objektiv geradezu perfekt für Portraitaufnahmen an. Anhand der Testbilder kann man sicherlich auch erkennen, dass das XF56mm ein schönes, ruhiges und auch weiches Bokeh produziert.

 

Fazit:
Das Objektiv XF56mm überzeugt in ganzer Linie. Es ist ein Lichtriese mit hoher Bildschärfe, selbst bei offener Blende. Natürlich ist der Preis von 999.- Euro kein Schnapper. Vergleicht man allerdings die Preise am Markt vergleichen, so stellt man fest, dass es für die Leistung sehr günstig ist. Das XF56mm ist für Portrait Spezialisten ein "must-have". Auch die Fujifilm X-T1 ist eine vernüftige Weiterentwicklung. Man hat so ziemlich alle Problemchen einer X-Pro oder X-E durch diese Kamera bereinigt.

Dieses Zitat aus der Fujifilm Marketingabteilung würde ich voll und ganz unterschreiben oder gar unterstreichen:
"Spätestens, wenn Fotografen die Kamera zum ersten Mal in die Hand nehmen, durch den Sucher schauen und die intuitive Bedienung kennenlernen, werden sie von der FUJIFILM X-T1 begeistert sein."

 

Folgende Produkte wurden in diesem Beitrag verwendet:

Fujifilm X-T1

Fujinon XF56mm F1.2

Fujifilm Batteriegriff VG-XT1

Dörr FLP-56 Blitz und LED Licht

Dörr Reflexschirm UR-32 T