Praxistest: Fujifilm Finepix X-E2 + Fujinon XF18-55mm

Praxistest: Fujifilm Finepix X-E2 + Fujinon XF18-55mm

Fujifilm hat mit der neuen X-E2 ein neues Spitzenmodell auf den Markt geworfen, welches den Vorsprung der MFT Kameras kompensieren soll. Die neue spiegellose Systemkamera FUJIFILM X-E2 hat viele Funktionen und Eigenschaften vom Vorgängermodell übernommen.

Nicht nur das Display hat Fujifilm durch einen neuen großen 3" Monitor mit einer Auflösung von 1.040.000 Pixel ersetzt, auch wurde ein komplett neuer und überarbeiteter Sensor, der X-Trans CMOS II Sensor, verbaut. Die Leistung des EXR Prozessors II wurde im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt und der Hybrid-Autofokus, der einen Phasen- und einen Kontrast-Autofokus kombiniert, bietet einen "fühlbar" schnelleren Autofokus. Auch im manuellen Fokusbereich bietet die Kamera nun "Glanzlichtfokus" - bei anderen Herstellern auch "Fokus Peaking" genannt - sowie einen digitalen Schnittbildindikator, welches das Fotografieren mit hochwertigen Leica-, Zeiss- und Voigtländerobjektiven noch interesssanter macht. Auch für die Spielkinder unter uns hat Fujifilm nachgezogen. Hier bietet die Kamera nun verschiedene kreative Filtereffekte wie z.B. Miniaturbilder, S/W Colorierung und vieles mehr.

Auch in Sachen Bedienkonzept hat Fuji dazu gelernt. Der AF Fokus Knopf befindet sich endlich in Daumennähe, wodurch man deutlich schneller und effektiver arbeiten kann. Dieses war beim Vorgängermodell der X-E1 auf der linken Kameraseite angeordnet, wodurch man doch häufig bei der Kamera umgreifen musste. Dadurch resultierend hat die X-E2 zusätzlich auch eine zweite FN2 Taste erhalten, welche man frei programmieren kann.

Wie auch schon bei dem Vorgängermodell der X-E1 gibt es in Sachen Bildqualität nichts zu mäckeln. Hier besticht die X-E2 auch bei ISO Werten bis 6400 durch geringes Farbrauschen, Das Helligkeitsrauschen kommt der Körnung wie zu analogen Zeiten sehr nah und wirkt dadurch auch nicht störend aufs Bild. Hier hat Fuji volle Arbeit geleistet. Natürlich bietet Fuji auch über die kamerainterne Software die Möglichkeit, die Schärfung, Kontraste und Rauschreduzierungen zu justieren. Auch kann die X-E2 die verschiedenen Filmmodis simulieren, z.B. Provia / Standard, Velvia / Lebendig, Astia / weich.

Das häufig bemängelte Autofokussystem der X-E1 hat Fujifilm durch das neue Phasen- und Kontrastautofokussystem in der X-E2 doch "fühlbar" verbessern können. Ob es dann die angegebenen 0,08 Sekunden im Labor erreicht, wird man abwarten müssen. Es macht in der Praxis auf jeden Fall mehr Spaß, da es nun auch eher eine Schnapschusstauglichkeit aufweist. Hinzu kommt, dass man bei der X-E2 eine Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 7 Bilder/sek erreicht. In Schlechtlichtsituationen hat die X-E2 ebenfalls dazu gelernt. Hier war der erste Versuch beim s/w Foto direkt ein Treffer.

Das Fujinon XF 18-55mm OIS wurde nicht überarbeitet, aber bietet zusammen mit der X-E2 trotzdem einen schnelleren Autofokus als an ihrem Vorgängermodell. Das Objektiv bildet bei offener Blende scharf ab, bietet 2-3 Blenden abgeblendet die höchste Abbildungsleistung und ist, wie an den Testbildern zu sehen, schon fast makrotauglich. Der Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe ist sehr fließend und wirkt durch das schöne Bokeh extrem angenehm und ruhig. Im Weitwinkelbereich kann man, wie an solchen Objektiven üblich, leichte Verzeichnungen und Randabdunklungen erkennen, diese halten sich allerdings in Grenzen. Dieses Objektiv ist sowohl optisch als auch mechanisch eine tolle Allround "immer drauf" Optik.

Fazit:
Fujifilm ist mit dem Nachfolgemodell der X-E1 ein toller Wurf gelungen: die Bildqualität wurde leicht verbessert, das Bedienkonzept angepasst und somit komfortabler. Auch der häufig kritisierte Autofokus wurde sowohl in Gewindigkeit als auch Genauigkeit verbessert. Die X-E2 schließt zu den Vergleichsmodellen im MFT Bereich also auch hier auf. In Sachen Bildqualität steht und stand die Fuji X-E1 und X-E2 sowieso immer im Rampenlicht.